Ripple – was ist das eigenlich?

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Ripple stammt von der Firma Ripple Labs und ist keine dezentrale Kryptowährung im klassischen Sinne wie etwa Bitcoin oder IOTA. Es ist eher eine Art Finanztechnologie bzw. Netzwerk für Banken. Es ist an sich zwar auch dezentral, doch wird die Mehrheit der digitalen Währung namens XRP von Ripple Labs verwaltet. Damit ist es nicht unbedingt so dezentral wie etwa andere Kryptowährungen.

Das Netzwerk Ripple unterstützt alle Währungen, egal ob digital oder als Landeswährung und richtet sich vor allem an Banken. Man spricht in diesem Zusammenhang auch oft vom “Bitcoin der Banken”. Die Banken können Zahlungen in Echtzeit über das Netzwerk verschicken und zwar zu geringeren Gebühren als das sonst der Fall ist. Dabei soll das natürlich nicht im Schneckentempo und national verlaufen, sondern sehr schnell und weltweit. Die digitale Währung XRP ist bisher nicht für die Bezahlung im Alltag gedacht, sondern eher für die Transfers zwischen den Banken.

Wie funktioniert Ripple?

Es wird so gearbeitet, wie es im Idealfall auch moderne Geldsysteme tun: Vertrauen und Verbindlichkeiten sind hier die Schlagwörter, die Du vor Augen haben solltest. Durch Ripple wird das auf digitalem Wege in der Art einer eigenen Blockchain ermöglicht. In diesem öffentlichen Register von Ripple vertrauen Menschen den Institutionen ihr Geld an. Diese arbeiten damit und die Leute bekommen es auf Verlangen wieder. Die Verbindlichkeiten die bei Transaktionen bzw. Überweisungen entstehen, egal ob bei Privatpersonen oder Firmen, werden auch in diesem Register erfasst. So kann jeder einsehen, wer bei wem wie viele Schulden in welcher Währung hat. Das wird in einem sogenannten “Schuldschein” festgehalten, der bei Ripple “IOUs” (“I owe you”’s, ich schulde Dir) genannt wird. Wie Du siehst, klingt das alles ganz schön nach dem klassischen Bankensystem.

Die Banken, die bei Ripple übrigens als “Gateways” bezeichnet werden, nehmen Zahlungsmittel jeglicher Art an und können auch IOUs (Schuldscheine), ausstellen. Wenn Du z. B. Euro in US-Dollar über das Netzwerk tauschen willst, erledigst Du dies für eine geringe Gebühr.

Geschichte

Ripple hieß zu Beginn OpenCoin und ist 2012, vermutlich nach einer Idee von Ryan Fugger, entstanden. 2013 fand eine Umbenennung in Ripple Labs statt. Die Firma hat ihren Sitz in San Francisco. CEO Chris Larsen (ihm gehören 17% der Firma) und Jed McCaleb haben sie gegründet. McCaleb ist seit 2013 allerdings nicht mehr dabei. Wo er hin ist? Beim Bezahlnetzwerk Stellar, das hat er ins Leben gerufen (ich habe hier einen Artikel zu Stellar verfasst). Er ist Dir vielleicht auch durch die Download-Tauschbörse eDonkey ein Begriff ;-)Insgesamt arbeiten derzeit 13 Personen in der Führungsebene von Ripple Lab. Darunter der deutsche Technologievorstand Stefan Thomas. Hinter der Firma stehen große Investoren wie z. B. Google Ventures, Andreessen Horowitz aber auch Privatpersonen. Sie haben v. a. in der Finanzierungsphase mächtig viel Geld in die Firma gesteckt.

Partnerschaften

Ripple ist bekannt für seine vielen Kooperationen – inzwischen sind es wohl weit über 100, darunter American Express. Im November 2017 haben sie sich gemeinsam mit Santander für eine Zusammenarbeit entschlossen. Amerikanische Kunden können nun Geld an Santander-Banken in Großbritannien überweisen.

Mitte Januar 2018 wurde die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Finanzunternehmen Moneygram bekannt. Mit Hilfe von Ripple kann das Unternehmen Geldtransfers sehr viel schneller abwickeln. Und es geht weiter. Erst im Februar 2018 ist die Zusammenarbeit mit LianLian International zustande gekommen. Die sind insofern interessant, als dass es sich dabei um einen Dienstleister für mobile Zahlungen handelt. Aktuell nutzen 150 Millionen (!) Nutzer aus dem asiatischen Raum LianLian.

Auch Februar 2018 gab Ripple die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabens Zentralbank bekannt. Vor wenigen Tagen erst (21. Februar) konntest Du lesen, dass nun auch Lateinamerika unsicher gemacht wird. Die Itau Unibanco, ein der größten Banken vor Ort, wird Ripple verwenden. Es scheint, als könnte die nichts aufhalten 🙂

Besonderheiten im Detail erklärt

Eine Besonderheit sind die “Gateways”, also die Banken und Institutionen. Diese können wie schon erwähnt untereinander Schuldscheine ausstellen und mit Währungen aller Art handeln, auch mit der hauseigenen digitalen XRP.
Es ist also klar, dass das Netzwerk vor allem für Banken sinnvoll ist. Natürlich können auch Individuen das Netzwerk nutzen und mit XRP zahlen, doch vor allem erleichtert Ripple den Banken ihre Arbeit. Es ist daher im Moment für Privatpersonen vermutlich nicht so interessant. Transaktionen werden in Sekundenschnelle und mit geringeren Gebühren ermöglicht. Das zählt für die Banken gleichzeitig auch zu den Vorteilen, auf die ich gleich noch etwas genauer eingehen werde.

Anzahl der Einheiten

Die Entwickler haben zu Beginn 100 Milliarden XRP erstellt, wovon 80 Milliarden schon mal die Firma Ripple Lab einbehalten hat. 55 Milliarden von der Ripple-Labs-Kohle sollen zukünftig insgesamt im Umlauf sein. Ein Mining wie z. B. bei Bitcoin sehen die Erfinder nicht vor.

Vorteile von Ripple

Derzeit schafft das Netzwerk 1.500 Transaktionen pro Sekunde, ganz ähnlich wie Visa. Die hohe Skalierbarkeit ist ein klarer Vorteil. Transaktionen sind mit Ripple extrem schnell getan. Was bei Bitcoin in enormen Zeiten manchmal Stunden dauern kann, benötigt bei Ripple 3-4 Sekunden.

Hinzu kommt, dass Ripple in verschiedenste Währungen “übersetzt” werden kann und noch dazu sehr günstig ist. Es handelt sich also nicht um eine klassische Kryptowährung, sondern ein optimiertes Zahlungssystem für Banken.

Nachteile von Ripple

Die Firma hat einen großen Teil von XRP von Anfang an einbehalten, vermutlich um von der Wertsteigerung zu profitieren. Du weißt ja, Geld regiert die Welt 😉 Daher herrschen unterschiedliche Meinungen darüber wie dezentral Ripple wirklich ist. Es bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen darauf reagieren wird.
Aufgrund der Nähe zu Banken verstehen einige Ripple und XRP auch als Gegenentwurf zu den bisherigen Kryptowährungen wie Bitcoin. Deswegen ist es bei Privatnutzern auch nicht soo beliebt ist. Einen weiteren Kritikpunkt kann man in der generellen Abhängigkeit von Banken sehen.

Preisentwicklung

Im Mai 2017 lag ein XRP bei 0,43 EUR.
Danach ging es kontinuierlich nach unten. Erst im Dezember 2017 ging es wieder steil nach oben. Da hast Du für umgerechnet 2,20 EUR einen XRP gekauft. Im Januar 2018 erreichte Ripple sein bisheriges Hoch von ca. 3,84 EUR.
Der aktuelle Kurs liegt bei 0,71 EUR (Stand: 26. März 2018).

Weiterentwicklung

Es lässt sich vermuten, dass der Nutzen von XRP für Privatpersonen in Zukunft noch etwas mehr in den Fokus rückt. Und zwar deswegen, weil die Firma sicher ein Interesse daran hat, ihren einbehaltenen XRP zu einer Wertsteigerung zu verhelfen. Inzwischen arbeiten schon 100 Institutionen mit Ripple zusammen, darunter Santander, Reisebank und UniCredit. Hier kommen zukünftig bestimmt noch einige hinzu, da Banken es als Ergänzung ihrer Arbeit betrachten. Wir dürfen also gespannt sein 🙂

Zusammenfassung

Ripple ist v. a. ein Zahlungsnetzwerk, das Banken, sogenannte “Gateways” nutzen, um schnelle, günstige Transaktionen auf der ganzen Welt zu tätigen. Es funktioniert im Grunde wie ein klassisches Geldsystem. Die Banken handeln v. a. mit Schuldscheinen, die sie in jede beliebige Währung eintauschen können, auch die Ripple-Währung XRP. Stell Dir XRP am besten wie so eine Art Brückenwährung zwischen all den anderen Währungen vor, die umgetauscht werden sollen. Für den Normalverbraucher würde dass das Ende der Umtauschgebühren heißen 🙂 Wie Du an den die vielen Kooperationen sehen kannst, haben die Banken den Vorteil digitaler Netzwerke bzw. Währungen erkannt.

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