Treffen der EU-Regulatoren zum Thema Kryptowährungen

Das Thema Kryptowährungen ist nicht nur für Dich, sondern auch für viele andere, inklusive unserer deutschen Politiker, noch absolutes Neuland. Viele EU-Regierungen kennen sich selbst noch nicht gut genug auf dem Gebiet aus, was zu Sorgen um Sicherheit und Risiken führt. Deswegen sind sie ständig darum bemüht, den boomenden Kryptomarkt durch neue Vorschriften und Anpassungen in der Gesetzgebung unter Kontrolle zu halten. Einige Politiker haben jedoch auch schon das immense Potenzial der Kryptowährungen erkannt. Um Antworten auf diverse Fragen zu finden, trifft sich am Montag, den 26. Februar 2018, eine Gruppe von EU-Regulatoren, bzw. Gesetzesmachern. Sie werden über Potenzial und Risiken von Kryptowährungen in Europa sprechen und Entscheidungen über entsprechende Vorschriften treffen.

EU-Diskussionsrunde veranschaulicht die hohe Bedeutung von Kryptowährungen

Das Treffen wird unter der Leitung des Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, stattfinden. Er kündigte es auf einer Pressekonferenz während der ECOFIN, einer Versammlung der EU-Finanzminister, an. Die ECOFIN gilt als eines der mächtigsten Entscheidungsgremien der EU. Dies zeigt, dass die EU der Entscheidung in Sachen Krypto große Bedeutung beimisst. Richtig so, denn schließlich wird hier vielleicht über die Zukunft des EU- und letztlich des weltweiten Finanzmarkts
entschieden!

Ankündigung lässt die Spannung in der Krypto-Gemeinde steigen

Dombrovskis sagte wörtlich in seiner Rede in Brüssel am 20. Februar:

„Next week, on 26 February I will chair a high level roundtable on virtual currencies. The Commission has invited key authorities,
including central banks and supervisors, as well as market players to share their insights. The aim is to look at long-term trends linked to virtual currencies, and examine if current regulation is fit for purpose.“

(Nach dem Sinn übersetzt: “Nächste Woche, am 26.02., werde ich eine hochrangige Diskussionsrunde zum Thema virtuelle/Krypto- Währungen leiten. Die EU-Kommission hat die wichtigsten (Schlüssel-) Behörden, inklusive der Zentralbanken und ihrer Leitungen, sowie Marktteilnehmer, dazu eingeladen ihre Einblicke zu teilen. Das Ziel ist es langfristige Trends für Kryptowährungen zu betrachten und festzustellen, ob die momentanen Vorschriften dem Zweck angemessen sind.“)

Besonders interessant an dieser Kundgebung ist, wer eingeladen ist und welches Ziel mit dieser Konferenz angepeilt wird. Du wunderst Dich vielleicht, dass nicht nur die High Society der Bankenwelt auf der Gästeliste steht, sondern auch die vermeintlich ‚kleinen‘, unscheinbaren Marktteilnehmer („market players“). Sie sind von Dombrovskis namentlich nicht genannt worden. Du
darfst gespannt sein, wer morgen tatsächlich auf der Konferenz auftauchen wird und mitentscheiden darf! Außerdem wird es spannend, welche Folgen diese Konferenz mit sich bringen wird. Wird es etwa grundliegende Veränderungen in den EU-Gesetzen geben? Mehr dazu erfährst Du im nächsten Artikel nach der Konferenz der EU-Regulatoren.

Der Hintergrund: Forderungen nach klareren Vorschriften

Hintergrund für die Versammlung der wichtigsten EU-Regulatoren in Sachen Finanzen war u. a. die Forderung von Frankreich und Deutschland für klarere Vorschriften (G20-Initiative). Die beiden Länder haben vor mehr als zwei Wochen (am 09.02.2018) von den G20-Ländern gefordert, dass Kryptowährungen klarer reguliert werden. V. a. die Bereiche Sicherheit, Potenzial und Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen sollen durchsichtiger werden. Vorerst wollen die Länder ein allgemeines Wissen im Zusammenhang mit Kryptowährungen erlangen. Darauf aufbauend möchten sie auf die anderen Bereiche eingehen.

Deutschland und Frankreich forderten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer dazu auf, das Thema Kryptowährungen auf dem Treffen der Finanzminister nächsten Monat (März) in Buenos Aires zu behandeln. Für mehr Infos zum Thema kannst Du Dir den ausführlichen Bericht von der Nachrichtenagentur Reuters ansehen.

Koalitionsvertrag weckt Hoffnung für Deutschland

Unsere deutschen Politiker haben bisher sehr wenig Sachverstand zum Thema Kryptowährungen gezeigt. Bis auf einige vage Versprechen im neuen Koalitionsvertrag. In dem Vertrag hält sich die Bundesregierung mit direkten Aussagen zurück. Wie das eben so gang und gebe ist bei Politikern, doch er erweckt blasse Hoffnungen:

„Um das Potential der Blockchain-Technologie zu erschließen und Missbrauchsmöglichkeiten zu verhindern, wollen wir eine umfassende Blockchain-Strategie entwickeln und uns für einen angemessenen Rechtsrahmen für den Handel mit Kryptowährungen und Token auf europäischer und internationaler Ebene einsetzen. Die Möglichkeiten der bargeldlosen Zahlung sollen im digitalen Zeitalter erweitert werden. Anonymes Bezahlen mit Bargeld muss weiterhin möglich bleiben. […] In der Bundesregierung werden wir innovative Technologien wie Distributed Ledger (Blockchain) erproben, so dass basierend auf diesen Erfahrungen ein Rechtsrahmen geschaffen werden kann.“

Inwiefern diese schwammigen Versprechen in Deutschland verwirklicht werden und welche Standpunkte andere EU-Länder vertreten, wirst Du hoffentlich morgen auf der EU-Konferenz erfahren. Ich werde hier über die Neuerungen, die von den EU-Regulatoren beschlossen werden, berichten. Also, bis morgen!

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