Stellar Lumens – was ist das?

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Hinter dem englischen Begriff “Stellar” (dt. “Sterne”) verbirgt sich eine Plattform zum Geldwechsel, die ziemlich Großes vorhat. Hört sich auch ein bisschen nach dem digitalen Robin Hood an. Menschen aus aller Welt, egal wie groß oder klein deren Geldbeutel ist, sollen durch Stellar und seine hauseigene Kryptowährung “Lumens” (abgekürzt als XLM bezeichnet) mit Banken und geringen Gebühren miteinander verbunden werden. Mit Stellar Lumens.

Sicher kennst Du das Problem auch: Du hast Dir was Tolles im Ausland bestellt und willst bezahlen. Wenn Du in einer anderen Währung als der Deines Landes zahlen musst, kommen zum Teil unglaublich hohe Gebühren auf Dich zu. Warum sollst Du dafür bezahlen, das Geld in eine andere Währung umzutauschen? Genau da setzt Stellar an. Ob Du es glaubst oder nicht, die Entwicklerteams wollen tatsächlich etwas für den kleinen Mann bewirken. D. h. den kostengünstigen, weltweiten Geldwechsel anbieten. Das soll die Zukunft sein, sie wollen hoch hinaus, genau wie ihr Firmenlogo, eine kleine Rakete. Jetzt gehts aber erstmal kurz zurück in die Vergangenheit, nämlich zur Geschichte von Stellar Lumens.

Geschichte

2014 gründete sich in den USA eine gemeinnützige Organisation, die Stellar Lumens Foundation. Die Gründer sind Joyce Kim und Jed McCaleb. Letzterer war vorher bei Ripple tätig und er ist der Typ, der “damals” eDonkey ins Leben rief, die Internet-Kids der ersten Stunde werden sich noch an diese Internet-Tauschbörse für Musik und Co. erinnern 😉

Zu Beginn hieß die Währung des Netzwerks noch Stellar. 100 Milliarden Stellars gab es zu Beginn. Damals basierte Stellar noch auf Ripple (ich bin schon dabei einen eigenen Beitrag zu dieser Kryptowährung zu schreiben), damit gab es aber wohl einige Probleme. 2015 gab es daher ein Update und man nannte die digitale Währung von nun an Lumens (aus dem Englischen für “Licht”).

Seit 2017 gibt es eine Kooperation mit dem amerikanischen IT-Riesen IBM. Gemeinsam wollen sie es mit der Blockchain-Technologie schaffen, Zahlungen über Ländergrenzen hinaus zu realisieren. Auch die National Bank Australia sowie Klickex sind mit von der Partie, damit auch die südpazifischen Länder wie Australien und Neuseeland involviert sind.

Wie funktioniert Stellar Lumens?

Stellar basiert wie viele andere Netzwerke auch auf einer dezentralen Blockchain. Im Klartext bedeutet das, dass stattfindende Transaktionen (Überweisungen) wie in einer Art Kassenbuch für immer in dieser Blockchain stehen werden. Und jeder kann sie einsehen. Aber keiner kann dazwischenfunken und mal eben eine Zahlung löschen. Blockchain ist natürlich viel mehr als das, ein detaillierter Beitrag zu dem Thema Blockchain ist fast fertig. Darüber hinaus liegt auf jedem Server im Netzwerk eine Art Kopie dieses Kassenbuchs.

Spezifische Besonderheiten im Detail erklärt

Die Besonderheit von Stellar liegt natürlich darin, dass Du das Geld schnell und vor allem günstig in eine andere Währung wechseln kannst. Wenn ich Dir ein paar Bitcoin schicke, ist es dank des Stellar-Netzwerks kein Problem, dass Du das Geld in Euro erhältst. Und dass alles ohne SWIFT und hohe Wechselgebühren.

Anzahl der Coins, Einheiten und Mining

Du hast schon gelesen, dass zu Beginn von Stellar 100 Milliarden Lumens in Umlauf gebracht worden sind. Ca. 18 Milliarden sind derzeit unterwegs. Angeblich soll die Hälfte davon an alle Nutzer verteilt werden, die den irischen Online-Bezahldienst “Stripe” verwenden, damit der auch schön populär wird 😉 Das ist sowas ähnliches wie PayPal, nur ohne die teuren Transaktions- und Umtauschgebühren. Übrigens kam der Deal deswegen zustande, weil Stripe 2014 bereits 3 Millionen in Stellar investiert hat.

Die Lumensanzahl steht fest und es gibt keinen Mining-Prozess. D. h. Du kannst nicht wie bei anderen Kryptowährungen Münzen „schürfen“. 5% von den anderen 50 Milliarden bleiben bei den Erfindern und großzügige 20% gehen an die von Bitcoin und Ripple. Nett, oder? 😉 Nach Adam Riese bleiben dann noch 25% übrig, die bei der gemeinnützigen Organisation bleiben. Die jährliche Inflation liegt bei 1%, da jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Lumens freigegeben wird.

Vorteile von Stellar Lumens

Mit Stellar kannst Du blitzschnelle Zahlungen durchführen (dauert keine 4 Sekunden). Ob das auch bei größerem Ansturm so bleiben wird, wird sich noch zeigen, bisher überzeugt die Schnelligkeit jedoch. Vor allem in Kombination mit minimalen Gebühren! Die hohe Skalierbarkeit schlägt sich auf 1000 Transaktionen pro Sekunde nieder. Und dass wir es hier mit einer Non-Profit-Organisation zutun haben, macht Stellar auch ein bisschen sympathisch.

Günstig ist die Zahlung im Netzwerk auch noch. Bei 600.000 Überweisungen entstehen Gebühren in Höhe von 0,01 US-Dollar. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass Du auch Mikrozahlungen im Centbereich durchführen kannst.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Du versehentlich geschickte Lumens “einfrieren” lassen und zurückbuchen kannst.

Nachteile von Stellar Lumens

Da die Lumens an die Non-Profit-Organisation gebunden sind, besteht immer das Risiko, dass bei einem Nichterfolg auch die Plattform Stellar und damit ihre Kryptowährung verschwindet.

Preisentwicklung

Bis Oktober 2017 konntest Du beobachten, dass 1 Lumen für knapp 0,01 EUR zu haben gewesen ist. Seitdem kletterte der Kurs langsam aber stetig nach oben.
Im Dezember stand der Kurs schon bei 0,23 EUR. Das absolute Hoch gab es Anfang Januar 2018 für 0,72 EUR. Aktuell steht der Kurs bei ca. 0,19 EUR (Stand: 26. März 2018).

Weiterentwicklung

Stellar ist eine spannende Angelegenheit und sollte definitiv im Auge behalten werden. Wenn es tatsächlich möglich ist, die hochgesteckten Ziele zu erreichen, ist ein völlig neuer Finanzhandel denkbar.

Anfang 2019 sollen 12 Währungen des südpazifischen Raums in das Stellar-Netzwerk involviert sein, damit ein Tausch in Echtzeit möglich wird. Zudem sollen auch Smart Contracts angeboten werden. Auch im Entwicklungsland Nigeria arbeitet man bereits mit der Stellar-Blockchain, um den Kunden verschiedener Telekommunikationsdienstleister die Zahlungen zu vereinfachen.

Man hat inzwischen auch von einem Projekt namens fairX gehört, das Großes vorhat. Die Währung Lumen soll als Brücke verwendet werden: Eine Online-Handelsbörse für alle Kryptowährungen.

Zusammenfassung

Stellar scheint wie ein Stern am Kryptohimmel zu sein, der mit Raketenantrieb die Finanzwelt ein bisschen gerechter machen will. Günstige und schnelle Transaktionen in den unterschiedlichsten Landeswährungen und die Währung Lumen dient als Brücke. Es bleibt abzuwarten, inwiefern Stellar seine Vorhaben umsetzen wird.

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