Sergey Ivancheglo: IOTA Mitbegründer und Krypto-Genie

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Sergey Ivancheglo wird teils – wie manch andere Krypto-Entwickler – als ‚Genie, das seiner Zeit voraus ist,‘ bezeichnet. Als Führungsperson ist er in den Krypto-Projekten JINN Labs und NXT involviert – mehr dazu später. Ivancheglo teilt seine Arbeit als Entwickler gern mit der Welt. Er redet mit großer Überzeugung (manche nennen es Arroganz) u. a. auf seiner Webseite „Come-From-Beyond“ und im populären Bitcointalk-Forum darüber. Der Multimillionär lebt mit seiner Frau in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. In diesem Artikel werde ich Dir näher erklären, was Ivancheglo so alles im Schilde führt.

Die Vorgeschichte von Ivancheglo

Wie bei vielen, vergleichsweise jungen Mitgliedern der Kryptobewegung, ist auch die Vorgeschichte von Ivancheglo eher obskur. Der Weißrusse ist gelernter Elektrotechniker und Software-Entwickler. Außerdem war er laut eigener Angaben ein früher Anwender von Bitcoin. Bekannt wurde er als Mitbegründer der Kryptowährungen IOTA und NXT.

Persönlicher Blog: Come-From-Beyond

Ivancheglo führt eine eher dubiose persönliche Webseite mit dem Titel „Come From Beyond“ (zu Deutsch: aus dem Jenseits kommen). Auf der sehr spartanisch-entworfenen Seite findet sich kaum Inhalt. Der Besucher wird lediglich mit alten Familienfotos und Links zu geschmacklosen Zitaten von Ivancheglo im Bitcointalk-Forum konfrontiert. Ich frage mich ehrlich gesagt, warum er freiwillig (falls er tatsächlich selbst der Autor ist) in seinem IOTA-Profil auf solche Aussagen verlinkt.

Aktuelle Situation: Mitbegründer von IOTA, Jinn Labs und NXT

“Kryptowährung der dritten Generation“: IOTA

Im Jahre 2015 gründete Ivancheglo gemeinsam mit David Sønstebø, Dominik Schiener und Dr. Serguei Popov die Kryptowährung IOTA (Internet of Things Alliance). Seit November 2017 ist IOTA als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) nach deutschem Recht angemeldet.

Das Team behauptet, dass IOTA einer sogenannten dritten Krypto-Generation angehöre. IOTA nutzt keine Blockchain, wie die meisten anderen Krypto-Netzwerke, sondern eine eigene Technik namens „Tangle.“ Das Entwicklerteam hat sich sehr große Ziele gesteckt. Unter anderem wollen sie die wichtigste Technik für das weltweite Internet der Dinge (englisch: Internet of Things/ IoT) entwickeln. Mit dem IoT könnten sich Gegenstände online miteinander in Verbindung setzen. Das ginge eventuell so weit, dass Geräte beispielsweise mit Hilfe von IOTA Zahlungen untereinander abwickeln. Maschinen bezahlen sich gegenseitig? Klingt das nicht abgefahren?

Mit ihren großen Versprechungen und den vergleichsweise (noch) geringen Ergebnissen, machen sich die IOTA-Gründer allerdings nicht nur Freunde. Dennoch liegt IOTA derzeit auf Platz 9 der Kryptowährungen (CoinMarketCap, Stand: 20.05.2018). Es geht zum Glück für die Entwickler nicht (nur) um Sympathiepunkte, sondern um die Vorteile für die Nutzer von IOTA. Diese müssen sich allerdings auch erst noch bewähren, da IOTA sich noch in der Entwicklung befindet.

Jinn Labs (IOTA)

Jinn Labs ist eine Art Geheimlabor, das mit IOTA eng verbunden ist. Die Mitarbeiter, inklusive Ivancheglo, arbeiten wohl vor allem an Innovationen für den Kryptomarkt. Mittlerweile wurde das Labor entweder verworfen, oder es wird im Geheimen weiter an neuen Erfindungen getüftelt. Es lassen sich nicht auf Anhieb genauere Informationen dazu finden. Das Projekt wird aber immer wieder in Foren erwähnt. Einige der IOTA-Teammitglieder sind auch bei Jinn involviert. Ivancheglo ist einer der Mitbegründer.

Um die zu verstehen, solltest Du wissen, dass IOTA im Gegensatz zu den meisten anderen Kryptowährungen einen Algorithmus mit ternärer, oder dreiwertiger, Logik nutzt. Der ternäre Proof-of-Work-Algorithmus von IOTA nennt sich „Curl.“ Die meisten Prozessoren sind noch nicht in der Lage diese Technik effizient zu nutzen. Sie arbeiten noch mit binärer Logik. Damit Curl optimal genutzt wird, arbeitet das IOTA-Team angeblich an einem entsprechend schnellerem, ternären Prozessor:

„Jinn Labs befindet sich immer noch im ‚Tarn-Modus‘, aber anscheinend arbeiten sie an einem asynchronen ternären Prozessor, der für Anwendungen im Internet der Dinge [IoT] gedacht ist. Mehrere von IOTAs Teammitgliedern scheinen bisher an seiner Entwicklung beteiligt gewesen zu sein. Die Annahme ist, dass der Jinn-Prozessor in der Lage sein wird, den ternären Algorithmus von IOTA effizienter zu hashen [siehe Hash-Wert] als herkömmliche Prozessoren. Das Ziel ist, dass der ternäre Jinn -Prozessor eines Tages in die Mehrheit der Geräte des Internets der Dinge integriert wird und diesen Geräten die Möglichkeit bietet, Werte auszutauschen und Iota als Medium dafür zu sichern.“ (persönlich übersetzt, Quelle: Hackernoon.com, 22.10.17)

Auf Deutsch heißt das so viel wie: Das Team arbeitet angeblich fleißig daran, einen ternären Prozessor zu entwickeln. Das Ziel dabei sei, ganz salopp gesagt, dass die Technologie von IOTA die schnellste ist und alle anderen toppt. Selbst dann noch, wenn es eines Tages Quantencomputer gibt – aber das ist eine andere Geschichte. Wenn die Angaben der Quelle korrekt sind, klingt es, als ob sich IOTA als die wesentliche Kryptowährung der Zukunft, in Zusammenhang mit dem Internet der Dinge, etablieren möchte. Ganz schön hochgesteckte Ziele. 😉

Ein Projekt, an dem Jinn Labs seit 2014 arbeitet, ist das fast schon sagenumwobene „Project Q“ oder „Project Qubic.“ Damit hypen die Entwickler von IOTA ihre Kryptowährung ganz schön. Sie sind davon überzeugt, mit ihrer noch unbekannten Erfindung den Kryptomarkt zu revolutionieren. Ivancheglo und andere Teammitglieder treiben mit dieser Marketingstrategie die Preise hoch. Und dass, bevor überhaupt bekannt ist, worauf wir so gespannt sein dürfen. Angeblich soll Project Qubic am 3. Juni 2018 enthüllt werden (Quelle: IOTA-News).

Kryptowährung NXT

Ivancheglo ist außerdem Erfinder und Hauptentwickler der Kryptowährung NXT. Der erste Block von NXT entstand im November 2013. NXT liegt derzeit auf Platz 99 bei Coinmarketcap (Stand 19.05.2018).

Die Währung unterscheidet sich in einigen Details von Bitcoin, der regelrechten ‚Mutter‘ aller Kryptowährungen. NXT gilt als Kryptowährung der zweiten Generation: Zum einen verfügt sie über einen eigenen Code, zum anderen über ein eigenes Sicherheitskonzept, Proof-of-Stake (PoS). Letzteres wurde nicht gänzlich von Ivancheglo erfunden, sondern wurde in anderer Form bereits 2012 von Peercoin (PPC) verwendet. Ivancheglo verbesserte die Technik, die er auch als ‚full P.o.S‘ bezeichnet.

NXT fungiert nicht allein als Kryptowährung, sondern auch im weiteren Sinne als Plattform. Sie ist eine Art dezentraler Marktplatz, verfügt über eine Nachrichtenfunktion und ein dezentrales Alias-System (DNS oder Domain Name System). Außerdem können auf der NXT-Blockchain neue Anwendungen aufgebaut werden. Dazu zählen z.B. Soziale Netzwerke à la Twitter und auch angeknüpfte, eigenständige Blockchains (Child Chains).

Charakter-Profil

Über Ivancheglos Privatleben ist nicht viel bekannt. Er hat eine Tochter, Veronika, mit seiner Ex-Frau Julia. Nun ist er mit seiner zweiten Frau, Kamila, verheiratet. Auf den Fotos auf seiner Webseite „Come-From-Beyond“ präsentiert er sich selbst als liebevoller Familienvater mit Töchterchen, Dackel und Laptop.

Von der Öffentlichkeit wird er teilweise als arrogant angesehen. Er sagte dazu auf seiner Webseite selbst: „Einige Leute behaupten, dass ich arrogant sei. Genau genommen hat mein Arzt diagnostiziert, dass ich unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leide. Es ist keineswegs eine positive Diagnose, aber sie könnte anderen dabei helfen, mein Verhalten und meine Genialität zu verstehen.“ (Quelle: http://come-from-beyond.okis.ru/)

Zusammenfassung

Wie Du unschwer bemerkt hast, hat sich Ivancheglo einen ganz schönen Berg von Arbeit aufgehalst. Er hat seine Finger gleich in mehreren, sehr ambitionierten Projekten. Er ist Mitbegründer der Kryptowährung IOTA, Hauptentwickler der Währung NXT und Teammitglied bei Jinn Labs. Seine Ideen kommen in der Kryptogemeinschaft recht gut an. IOTA befindet sich derzeit auf Platz 9 der Kryptowährungen (CoinMarketCap, Stand: 20.05.2018). Viele Investoren scheinen von den angekündigten Erfindungen (wie z.B. Project Qubic) überzeugt zu sein. Das oft arrogante Auftreten von Ivancheglo und seinen Teammitgliedern kommt in der Öffentlichkeit allerdings gar nicht gut an.

Ein Blick in die Zukunft von Sergey Ivancheglo

Ivancheglo und das Team von IOTA haben definitiv Potenzial und interessante Ideen. Als Visionäre verdienen sie ihren Platz in der Kryptowelt. Mittlerweile fragen sich allerdings viele, ob IOTA wirklich ernstgenommen werden kann. Ein Entwickler veröffentlichte kürzlich auf der Plattform GitHub ein ganzes Dokument, in dem er die angeblichen Fehler und Mängel von IOTA auflistet. Außerdem weist er daraufhin, dass das Internet der Dinge und Quantencomputer noch in unabsehbarer Ferne liegen. Aus diesem Grund sei die angepriesene Technik von IOTA zurzeit irrelevant und teils kaum umsetzbar. (Quelle: https://github.com/casey/iota). Welche von Ivancheglos Projekten in Zukunft von Erfolg geprägt sein werden, bleibt abzuwarten. Die nächste große Ankündigung ist die Enthüllung des lang erwarteten Projekts Qubic am 3. Juni. Wir sind gespannt 😉

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