Neues Krypto-Paradies im US-Staat Wyoming?

In Wyoming gehen gerade 5 sehr krypto-freundliche Gesetzesvorschläge durch die Abstimmungen. Zwei Gesetze wurden bereits ohne Gegenstimmen (!!) in einem ersten Schritt angenommen, d. h., die republikanischen UND die demokratischen Politiker in diesem Bundesstaat der USA setzen sich für Kryptowährungen ein. Wyoming soll das neue Paradies für alles werden, das mit Krypto zu tun hat. Alle 5 Gesetze müssen zwar noch durch weitere Abstimmungen, die Richtung und Stimmung in Wyoming scheint aber schon recht deutlich. Noch dazu passiert all dies in sehr kurzer Zeit. In wenigen Wochen könnte hier also ein neuer Heitmathafen für Krypto-Enthusiasten entstehen.

5 Gesetzesinitiativen in den USA

Gesetz „HB 70“: Dieses Gesetz würde viele Kryptowährungen aus dem Handel mit Versicherungen und Wertpapieren ausklammern. D. h. alle, die mit solchen Coins zu tun haben, müssten sich nicht mehr um diese Regeln kümmern. Da der Wertpapier- und Finanzmarkt normalerweise starke Auflagen bekommt (stell Dir vor, Du würdest gerne eine Bank aufmachen, wäre wohl eher nicht so leicht), wäre dies eine große Vereinfachung. Sowohl für Firmen, die Blockchain-Technologien herstellen, als auch für Exchanges und Krypto-Tauschbörsen.

Gesetz „HB 19“: Bisher war der Handel und das Übertragen von Kryptowährungen in Wyoming sehr kompliziert. Warum? Weil ein älteres, traditionelles Gesetz zum Verschicken von Geld für Bitcoin und Co. Anwendung findet. Das neue Gesetz HB 19 würde Kryptowährungen aus diesem Gesetz ausklammern und diese Hürden damit entfernen.

Gesetz „HB 101“: Dieses Gesetz würde Unternehmen in Wyoming erlauben, Blockchain-Technologien zu entwickeln und auch für das Hin- und Hersenden von Dokumenten in der Bürokommunikation zu benutzen. Diese ausdrücklichen Erlaubnisse würden höchstwahrscheinlich dazu führen, dass mehr und mehr Unternehmen dort auf das Blockchain-„ Boot“ aufspringen.

Gesetz „HB 126“: Dieses Gesetz ist zwar nicht extra für Kryptounternehmen gemacht, es würde aber dabei helfen, Unternehmen im Allgemeinen besser vor Verlusten zu schützen. Da Kryptotechnologien noch sehr neu sind und oft mit relativ großen finanziellen Risiken einhergehen, gehen viele davon aus, dass dieses Gesetz von solchen Unternehmen verstärkt genutzt werden wird. Denn was ist eine Blockchain oder ein Coin wert, wenn keiner sie benutzt? Es könnte gut sein, dass Unternehmen nach Wyoming umziehen, weil sie dort besser vor Verlusten geschützt werden. Für Kunden solcher Unternehmen kann dies allerdings auch Nachteile haben, da sie bei eigenen Verlusten weniger Geld von so einem gut beschützen Unternehmen einklagen können.

Beispiel Deutschland

In Deutschland ist eine GmbH eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. D. h., die GmbH kann pleite gehen und muss dann offene Rechnungen nicht mehr bezahlen. Keiner kommt bei den Chefs zuhause vorbei und pfändet den Flachbildfernseher. Beim deutschen Einzelkaufmann [der keine GmbH angemeldet hat, sondern auf den eigenen Namen arbeitet] geht das nicht. Er muss persönlich bankrott anmelden, was bedeutet, dass sehr wohl sein privates Eigentum zur Pfändung bereitsteht. In den USA heißen diese Firmen-Formen alle etwas anders (Corporation, LLC, etc), grundsätzlich ist aber vieles ähnlich. Je geschützter eine Firma ist, desto besser für die Leute darin, aber desto schlechter für eventuelle Kläger.

Das Gesetz SF 111 ist der größte Happen: Wenn dieses Gesetz in den USA durchgeht, würde der Bundesstaat Bitcoin und andere Kryptowährungen sogar bei der Eigentumssteuer rausnehmen. Das würde natürlich viele Unternehmen anziehen, die in Coins investieren, „minen“ oder sich neue Coins ausdenken. Erklärung: Wenn Du 1 Million Euro in Bitcoin hast, musst Du das bei der Steuer angeben. Nach diesem neuen Gesetz wäre das auf Bundesstaatsebene nicht mehr so. In den USA zahlt man nämlich einmal Steuern an das Bundesland [In diesem Fall Wyoming] und dann an den Staat [USA]. Die Steuer für das Bundesland würde also wegfallen und nur die an den Staat würden noch fällig werden. Praktisch gesehen spart man hier also schlichtweg Geld.

Zusammenfassung

All diese Dinge geschehen allerdings auf der Ebene des Bundesstaates. Darüber stehen immer noch die Gesetze des ganzen Landes und wenn es hier zu Widersprüchen kommt, können Dinge auch von höherer Stelle verboten werden. Auch die angesprochene Versteuerung würde nur auf Ebene des Bundesstaats leichter werden. Was die US-nationale Steuerbehörde IRS dann noch auf Staatsebene haben möchte, weiß noch keiner so genau (siehe Erklärung darüber).

Wyoming ist schon lange ein Staat, der an den wilden Westen erinnert. Viel Natur, wenig bewohnt und in Sachen Steuern und Regierung absichtlich sehr zurückhaltend, damit möglichst viele neue Firmen kommen. In Sachen Krypto könnte diese Strategie bald schon aufgehen. Wenn Steuervorteile geschaffen werden und vieles vereinfacht und erlaubt ist, lockt das natürlich neue Firmen an, die an anderen Orten nicht wissen was auf sie zukommt. Oder die hohe Auflagen erfüllen müssen.

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