Kryptobetrüger behaupten, Ryan Gosling sei ihr Grafikdesigner

Wusstest Du, dass Ryan Gosling neben seiner Hollywood-Karriere als Grafikdesigner für ein fast unbekanntes Kryptowährungsprojekt arbeitet? Wenn Deine Antwort ein erstauntes „Nein“ ist, dann geht es Dir vermutlich wie Ryan Gosling selbst. Denn das Ganze ist einfach nur Teil eines Betrugs, bei dem sein Foto benutzt wurde. Kostenpunkt: anscheinend mehr als 800.000 US-Dollar.

Augen auf, gerade für Beginner!

Lies Dir diesen Text erst recht gut durch, wenn Du mit dem Gedanken spielst, bei ICOs, also den frühen Vorverkäufen von neuen Kryptowährungen mitzumachen. Denn was hier passiert ist, ist ein „Klassiker“. D. h. wenn Du auf diese Dinge zu achten lernst, kannst Du vielem Ärger aus dem Weg gehen.

ICOs sind von Natur aus Geldsammlungen für Projekte die noch in den Kinderschuhen stecken. Wie groß diese Kinderschuhe sind, kann sich natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden. Meistens sind grundsätzliche Ideen fertig vorformuliert und es lässt sich erkennen wohin es gehen soll. Trotzdem ist eine Beurteilung von ICOs nicht leicht. Gerade wenn das Team noch unbekannt ist, kann es schwer sein, sich eine Meinung zu bilden. Das ist also schonmal ein erster großer Tipp: Schau Dir das Team an. Im Falle des aktuellen Betrugs verwendeten die Gründer des Fake-Coins „Miroskii“ einfach Bilder von fremden Leuten. Unter anderem von Ryan Gosling.

Der angebliche Erfolg war völlig übertrieben

Als nächstes könnten Interessierten verschiedene Ungereimtheiten auffallen. Die Macher von „Miroskii“ behaupteten nämlich Erfolge, die eigentlich nur Neulingen nicht komisch vorkommen. Oder Leuten, die sich das Projekt gar nicht erst richtig angeschaut haben, bevor sie ihr Geld überwiesen haben. Mein Tipp: Zu dieser Gruppe solltest Du nie gehören. Angeblich waren haufenweise große Firmen mit bei Miroskii im Boot.Visa, MasterCard, Maestro Card, American Express und angeblich viele mehr. Abgesehen von Schreibfehlern im englischen Original sollte einem da auch eine andere Frage kommen. „Sag mal, wenn haufenweise große Kreditkartenfirmen diesen neuen Coin schon nutzen, warum habe ich davon noch nie irgendwo gehört?“ Ein bisschen Nachschauen auf Google und Co hätte dieses Misstrauen sicher eher noch bestätigt.

Don’t believe the Hype: Fake-Accounts auf Social Media Plattformen sind Teil der Abzocke

Gleichzeitig muss ich auch zugeben, dass der Kryptomarkt (gerade für Anfänger) auf den ersten Blick schwer überschaubar ist. Auch die Betrüger schaffen es teilweise über Monate hinweg, mit gefälschten Social Media Profilen (Facebook, Twitter, Telegramm-Gruppen auf dem Handy, etc.) einen relativ „normalen“ Eindruck beim Otto-Normalverbraucher zu machen. Von daher halte ich es auch für eine gute Idee, sich erstmal eine Weile schlau zu machen. Erst recht, wenn man in ganz junge und unbekannte Projekte investieren will. Hier solltst Du die Situation wenigstens einigermaßen einschätzen können. Denn sogar ein ehrliches Team mit einer guten Idee ist noch keine Garantie für den finanziellen Erfolg. Aber definitiv eine Grundvorraussetzung, meiner Ansicht nach.

Jetzt ist die Kohle weg

Das dritte Merkmal, das bei Miroskii ein großes rotes Warnschild für alle Investoren hätte sein sollen, war der Mangel eines Whitepapers. Ein Whitepaper ist ein wissenschaftliches Grundsatzpapier, dass ein Projekt grundsätzlich erklärt. Wie könnte es möglich sein, dass eine Kryptowährung schon von großen Firmen benutzt wird (was Miroskii auf seiner Webseite behauptete), ohne wenigstens ein Grundsatzpapier zu besitzen? Völliger Unsinn. Leider fielen anscheinend trotzdem relativ viele auf den ganzen Schwindel rein. Bevor die Social Media Konten und die Webseite gestern in einer Eil-Aktion geschlossen wurden, hatte Miroskii eigenen Angaben zufolge etwa 833.000 Dollar an Investitionen gesammelt.

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